18.-19.09.2021 - Deutsche Meisterschaft WA 3D 2021 in Fechenbach

 

Ich hatte mich dieses Jahr dazu entschieden an der Landesmeisterschaft in Hirschau teilzunehmen, in der Hoffnung mich für die DM in Collenberg zu qualifizieren. Nachdem vom DSB die Ringzahlen (291) veröffentlicht wurden war somit klar, dass ich die Quali geschafft hatte.

Also fuhr ich bereits am 16.09.2021 mit meiner Frau und den Schwiegereltern nach Collenberg. Wir wollten aus diesem Trip zur DM einen kleinen, entspannten Kurzurlaub machen.

Am Freitag schossen wir den neuen Bogenparcours Stadtprozelten an der Henneburg (6km von Collenberg entfernt), der erst im August neu eröffnet wurde. Hier als Empfehlung, wer in der Gegend, diesen Parcours kann ich sehr empfehlen.

Abends gegen 17.00 fuhr ich dann nach Collenberg zum Bogenplatz um meine Startnummer abzuholen. Hier war ich dann doch etwas erstaunt, dass bereits Bogen- und Materialkontrollen durchgeführt wurden (diese waren lt. Ausschreibung für die jeweiligen Schießtage vorgesehen). Also schnell zum Auto und Ausrüstung geholt. Als erstes wurde mein Bogenshelf moniert, der hatte statt der erlaubten Höhe von 10mm doch 10,5mm. Aber hier drückten die Kontrolleure dann doch beide Augen zu. Anders sah es bei meinem Fernglas (Marke Aldi) aus. Hier wurde mir die Nutzung untersagt, da die auf dem Fernglas befindlichen Skalen lt. Kontrolleur als Zielhilfen eingesetzt werden könnten. Ok, was solls, grundsätzlich benutze ich eh kein Fernglas.

Am Samstag machten wir noch einen Ausflug nach Miltenberg am Main und besichtigten die wunderschöne, historische Altstadt. Gegen 15.00 Uhr fuhr ich wieder zum Bogenplatz nach Collenberg um zu sehen, ob die ersten Gruppen (Recurve, Blank und Langbogen) schon wieder zurück wären. Mehr oder weniger waren schon fast alle Gruppen zurück. Was man jedoch sofort merkt, die Stimmung war ziemlich aufgeheizt. Es waren lautstarke Diskussionen, vor allem zwischen den Langbogenschützen und Wettkampfrichtern im Gange. Es wurde sich über den Parcours bzw. die gestellten Tiere beschwert. Die Tiere wären zu weit, alles wäre auf Maximumentfernung gestellt und der DSB müsse sich nicht wundern, dass sich deutsche Schützen nicht für eine EM oder WM qualifizieren könnten, da die hier geforderten Ringzahlen auf diesem Parcours nicht erreicht werden könnten. Mit einem mulmigen Gefühl war ich daher doch sehr auf den Sonntag gespannt. Am Sonntag vor dem Wettkampf ging ich nochmals zur Materialkontrolle und legte mein Fernglas erneut vor, da andere Kontrolleure vor Ort waren und siehe da, nach eingehender Begutachtung wurde an dem Fernglas nichts beanstandet (schon seltsam). Benutzt habe ich es trotzdem nicht. Pünktlich um 10.00 Uhr und bei super Schießwetter (trocken um 20 Grad) wurde der Schießbeginn mit Alphörnern eröffnet. Ich startete ganz gut und wartet schon bei jedem weiteren Ziel auf die unmöglichen Entfernungen etc., es kamen jedoch keine. Ich muss wirklich sagen der Parcours war vom Veranstalter und vom DSB sehr gut und absolut fair gestellt. Alles im normalen und machbaren Bereich. Ich bzw. auch die anderen Schützen konnten die Streitereien vom Samstag nicht nachvollziehen. Wie gesagt die ersten 16 Stationen liefen recht gut, es dauerte alles zwar recht lange aber ich war gut im Rennen (für meine Verhältnisse), im Bereich gutes Mittelfeld. Bei Station 15/16 befand sich der Verpflegungsstand und ab hier staute sich dann alles. Wir hatten 9 Compoundgruppen (54 Schützen) vor uns. Jeder weiß was das heisst. Da man bei der DM bekanntlich nicht überholen darf, brauchten wir für die letzten 8 Stationen 3 Stunden. Bei mir war die Luft raus. Völlig aus dem Rhythmus und die Konzentration ließen sehr zu wünschen übrig. Ich wurde dann anhand einiger Fehlschüsse noch bis auf Platz 35 nach hinten durchgereicht. Die Spreu hat sich hier vom Weizen getrennt, ich musste hier schon feststellen, dass sich die Topschützen hier nicht aus der Ruhe bringen ließen und konstant durchschossen.

Fazit:

Alles in allem hat es aber riesig Spass gemacht und wenn es nächstes Jahr klappt werde ich wahrscheinlich wieder teilnehmen. Es war einfach mal eine ganz andere Erfahrung (lange Dauer, 6er Gruppen, zu zweit schießen, nette neue Bekanntschaften etc.).